Faszien-Flossing: Wirkung über Kompression und Scherkräfte (8 LE)
Flossing ist eine faszienorientierte Therapiemethode zur Verbesserung von Beweglichkeit, Schmerzlinderung und Leistungssteigerung. Dabei wird ein etwa 5 cm breites und 1–1,5 mm dickes, elastisches Band fest um ein betroffenes Gelenk oder eine Extremität gewickelt. Diese gezielte Kompression führt – in Kombination mit aktiven oder passiven Bewegungen – zur Mobilisation des myofaszialen Gewebes. Durch die Bewegung unter Druck entstehen Scherkräfte zwischen den einzelnen Gewebeschichten wie Muskeln, Sehnen, Bändern und insbesondere der Faszie. Diese mechanischen Reize können fasziale Adhäsionen („Verklebungen“) lösen und so die Gleitfähigkeit im Gewebe verbessern. Die temporäre Drosselung der Blut- und Lymphzirkulation führt zu einem sogenannten Rebound-Effekt: Nach dem Lösen des Bandes strömen Sauerstoff und Nährstoffe vermehrt ins Gewebe zurück, was die Regeneration fördert und Stoffwechselprozesse anregt. Zusätzlich werden mechanosensible Rezeptoren innerhalb der Faszie stimuliert, insbesondere Nozizeptoren und Interozeptoren, die auf Druck, Zug und Scherung reagieren. Dies kann zu einer Reduktion der Schmerzempfindung und einer Verbesserung der propriozeptiven Kontrolle führen. Das Ergebnis: schmerzfreie, flüssige und leistungsfähige Bewegungsabläufe durch ein optimal vorbereitetes fasziales System.
Ref.
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Peter HolthausenFASZIO® Referent im Themenbereich FASZIO® Therapie
• Heilpraktiker
• Akupunktur, Tuina Massage, Humoraltherapie, Hypnose
• Referent in der Trainerausbildung VTF/DTB
• Qigong-Lehrer